Zubereitung
Espresso Tonic: das prickelnde Kaffee-Rezept für den Sommer

Espresso Tonic: der Kaffee, der nach Sommer schmeckt
Stell dir einen heissen Nachmittag vor. Du willst Kaffee, aber keinen heissen. Du willst etwas Kühles, aber nicht schon wieder eine Limonade. Genau in diese Lücke passt der Espresso Tonic: ein Espresso, der über Eis auf Tonic Water trifft, prickelnd, bitter, fruchtig und in zwei Minuten gemacht. Beim ersten Mal schaust du ihm beim Trinken zu, weil der dunkle Espresso erst auf dem hellen Tonic liegt und sich dann langsam in Schlieren nach unten zieht. Danach trinkst du ihn einfach den ganzen Sommer.
Was ist ein Espresso Tonic?
Im Kern sind es nur zwei Zutaten: Espresso und Tonic Water. Tonic ist kein gewöhnliches Sprudelwasser. Es enthält Chinin, das ihm die feine Bitterkeit gibt, und etwas Zucker, der sie ausbalanciert. Wenn ein konzentrierter, leicht säuerlicher Espresso auf dieses bittersüsse, prickelnde Wasser trifft, entsteht etwas, das überraschend nach Zitrus und manchmal sogar nach Kirsch-Cola schmeckt. Kühl, leicht, erwachsen. Kein Milchkaffee, kein Süssgetränk, sondern etwas dazwischen.
Woher kommt der Espresso Tonic?
Die Geschichte führt nach Skandinavien. 2007 mixte in Oslo ein Barista am Tag nach einer Personalparty aus den Resten zusammen, was übrig war: etwas Tonic, ein Schuss Sirup und ein Espresso. Mit am Tresen standen Anne Lunell und Charles Nystrand, zwei schwedische Barista-Meister. Sie waren so begeistert, dass sie das Getränk in ihre eigene Rösterei mitnahmen, das Koppi im schwedischen Helsingborg. Dort stand es als "Kaffe & Tonic" auf der Karte und wurde zum Liebling. Über Barista-Wettbewerbe verbreitete es sich in den 2010er-Jahren durch ganz Skandinavien und schliesslich bis nach Nordamerika. Heute findest du es in guten Cafés von Stockholm bis Zürich.
Welcher Kaffee passt?
Hier entscheidet sich, ob der Espresso Tonic langweilig oder grossartig wird. Dunkle, schwere Röstungen mit viel Bitterkeit beissen sich mit dem Chinin im Tonic und werden schnell harsch. Viel besser funktionieren helle bis mittlere Röstungen mit klarer Frucht und Säure. Ein Äthiopier mit Noten von Bergamotte, Zitrone und Blüten ist wie gemacht dafür, weil das Tonic seine Frische noch verstärkt. Auch fruchtige Bohnen aus Lateinamerika spielen mit, ein Kolumbianer kann dem Drink die erwähnte Kirsch-Cola-Note geben. Wenn du wissen willst, woher diese Aromen kommen, lies unseren Text über Geschmack im Kaffee. Die Faustregel: je fruchtiger und lebendiger der Espresso, desto besser der Tonic.
So machst du ihn zu Hause
Du brauchst keine Bar-Ausrüstung, nur ein hohes Glas, Eis, gutes Tonic Water und einen frischen Espresso. Die gängige Mischung liegt bei eins zu drei, also ein Teil Espresso auf drei Teile Tonic. Wer es kräftiger mag, geht auf eins zu zwei.
Fülle das Glas grosszügig mit Eis. Giesse das kalte Tonic ein und lass oben etwas Platz. Brüh dann deinen Espresso, einfach oder doppelt. Lass ihn eine knappe Minute abkühlen, damit er den Drink nicht aufschäumt, und giesse ihn dann langsam über den Rücken eines Löffels oder vorsichtig direkt oben auf. So legt sich der Espresso erst auf das Tonic und sinkt dann in Schlieren nach unten, das ist der schöne Moment. Eine Scheibe Orange, Zitrone oder Limette dazu, kurz umrühren, sofort trinken.
Die kleinen Fehler, die den Unterschied machen
Drei Dinge gehen oft schief. Erstens: Das Tonic ist schal. Tonic verliert seine Kohlensäure schnell, also nimm eine frisch geöffnete Flasche, nicht den Rest von gestern. Zweitens: zu viel Espresso. Das Tonic ist kein Beiwerk, sondern die halbe Miete, halte dich an das Verhältnis. Drittens: zu schnell gegossen. Wer den Espresso reinkippt, bekommt eine schäumende, trübe Tasse statt der klaren Schichten. Langsam ist hier schöner. Und trink ihn zügig, denn das Prickeln ist das Beste daran und hält nicht ewig.
Wie viel Koffein steckt drin?
Genau so viel wie im Espresso, den du nimmst. Ein einfacher Espresso bringt grob 65 Milligramm Koffein mit, ein doppelter rund 130. Das Tonic ändert daran nichts, es macht den Kaffee nur länger und kühler. Wer am späten Nachmittag noch einen will, nimmt einen einfachen Shot oder greift zu entkoffeiniertem Espresso. Mehr dazu, wie viel Koffein wirklich im Kaffee steckt, findest du in unserem Artikel über Koffein.
Varianten für später im Sommer
Wenn dir der Espresso zu intensiv ist, ersetze ihn durch Cold Brew. Das ergibt einen sanfteren, runderen Coffee Tonic, den man stundenlang schlürfen kann. Ein Spritzer Zitrone, ein Zweig Rosmarin oder ein paar Tropfen Holunder-Tonic bringen neue Richtungen rein. Wichtig bleibt nur eines: Der Kaffee muss gut sein. Ein mittelmässiger Espresso wird durch Tonic nicht besser, ein guter wird zum Sommergetränk, das deine Gäste dir nicht vergessen.
Probier es mit gutem Kaffee aus
Der Espresso Tonic ist der einfachste Weg, einen hellen, fruchtigen Specialty Coffee neu zu erleben. Such dir eine lebendige, fruchtbetonte Bohne von einer kleinen Schweizer Rösterei und gönn ihr einen heissen Nachmittag im Glas. Auf unserem Marktplatz findest du genau solche Bohnen, frisch geröstet und bereit für dein erstes Glas.



